Sechs Schläge, in der Reihenfolge, in der sie sich lohnen. Zu jedem
gibt es eine Übung, die du allein machen kannst, eine für zu zweit — und ein klares
Kriterium, wann du weiterziehen darfst.
Vorher: Griff und Grundstellung
Zwei Dinge, die du in fünf Minuten einstellst und die danach jeden Schlag auf dieser Seite
leichter machen.
Der Griff
Nimm den Schläger, als wäre er ein Hammer, mit dem du einen Nagel seitlich
in eine Wand schlägst. Das ist der Kontinentalgriff — und im Padel brauchst du keinen
anderen. Vorhand, Rückhand, Volley, Aufschlag, Bandeja laufen alle darüber. Der große
Vorteil: Du musst mitten im Ballwechsel nie umgreifen.
Die Grundstellung
Füße etwa schulterbreit, Gewicht auf den Fußballen.
Knie leicht gebeugt, Oberkörper minimal nach vorn.
Beide Hände am Schläger, Schlägerkopf auf Brusthöhe vor dem Körper.
Nach jedem Schlag kehrst du in genau diese Haltung zurück.
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Fast alle Anfänger lassen den Schläger nach dem Schlag
sinken — und sind dann beim nächsten Ball zu spät.
Regeln, Schlägerhaltung und Tipps für den Start
Schlägerhaltung, Grundstellung und die ersten Regeln — der Rundum-Einstieg, bevor du an einzelnen Schlägen arbeitest.
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Wie du diese Seite benutzt
Nimm dir pro Trainingseinheit einen Schlag vor, nicht sechs. Die
Reihenfolge hier ist bewusst gewählt: Die ersten drei bringen dir im Match sofort etwas,
die letzten drei bauen darauf auf. Wenn du einen Plan möchtest, der das über sechs Wochen
verteilt, steht er im Trainingskapitel.
Die sechs Schläge
Von „bringt sofort Punkte“ bis „Feinschliff“.
1. Der Ball von der Rückwand
Kernskill
Wenn du nur einen Schlag lernst, dann diesen. Er ist der Unterschied zwischen „Ball verloren“ und „Ballwechsel geht weiter“.
Ein tiefer Ball springt auf dem Boden auf, läuft weiter an die Glaswand und kommt
von dort zurück ins Feld. Statt ihn im Rücken zu verlieren, drehst du dich weg von der Wand
und spielst ihn im Rückweg — mit viel mehr Zeit, als du glaubst.
Warum das so viel bringt: Anfänger verlieren die meisten Punkte nicht durch schlechte
Schläge, sondern weil sie tiefe Bälle gar nicht erst zurückbringen. Dieser eine Skill
eliminiert einen Großteil davon.
So geht die Bewegung
Früh mitgehen. Dreh dich seitlich und laufe mit dem Ball Richtung Wand, sobald du siehst, dass er tief kommt. Nicht warten und dann hetzen.
Abstand halten. Bleib zwei bis drei Schritte von der Scheibe weg. Der häufigste Fehler ist, zu nah zu stehen und sich einzuklemmen.
Warten. Boden, dann Wand, dann Umkehr — erst wenn der Ball von der Scheibe zurückkommt und wieder fällt, holst du aus.
Von unten nach oben spielen. Kurzer Schwung, offener Schlägerkopf, Ball hoch und tief zurück. Kein Winnerversuch — Länge ist alles.
Häufigste Fehler
Zu nah an der Wand stehen und keinen Platz für den Schwung haben.
Rückwärts laufen statt sich seitlich zu drehen.
Den Ball vor der Wand nehmen wollen, obwohl er noch zurückkommt.
Zu hart schlagen — der Ball geht ins Netz oder zu kurz.
Üben
Allein
Wandrhythmus, allein auf dem Platz. Stell dich rund fünf Meter vor die Rückwand. Wirf den Ball so auf den Boden, dass er an die Scheibe läuft und zu dir zurückkommt. Lass ihn kommen, spiel ihn hoch nach vorn. Zwanzig Wiederholungen pro Seite, erst Vorhand, dann Rückhand. Es geht nur um das Timing, nicht um Kraft.
Zu zweit
Tiefe Bälle in Serie. Dein Partner steht am Netz und spielt zehn Bälle hintereinander tief in deine Ecke. Du bringst jeden davon nach der Wand hoch zurück. Dann Seiten tauschen. Ziel sind zehn saubere Rückgaben, nicht zehn schöne.
Du kannst es, wenn: Du bringst zehn tiefe Bälle hintereinander nach dem Wandkontakt zurück ins Feld, ohne dich einmal einzuklemmen.
Das Spiel mit der Rückwand leicht erklärt
Wie der Ball von der Scheibe abspringt und wann genau du ihn spielst.
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2. Der Lob
Wichtigster Schlag
Der Schlag, der im Anfängerpadel mehr Punkte gewinnt als jeder Schmetterball.
Ein hoher Ball über die Netzspieler hinweg in die hintere Hälfte des gegnerischen
Feldes. Er zwingt die Gegner vom Netz weg, kauft dir Zeit — und gibt dir die Gelegenheit,
selbst nach vorn zu rücken.
Der Lob ist deshalb so stark, weil kaum ein Anfänger einen Ball über Kopf sauber
zurückspielen kann. Du erzeugst mit einem risikoarmen Schlag maximalen Druck.
So geht die Bewegung
Tief zum Ball. Knie beugen, Treffpunkt etwa auf Kniehöhe, seitlich zum Netz stehen.
Schlägerkopf offen. Die Schlagfläche zeigt nach oben — sie macht die Höhe, nicht deine Kraft.
Von unten nach oben durchziehen. Lange, ruhige Bewegung von tief nach hoch, den Ball begleiten statt schlagen.
Ziel: hintere Hälfte. Hoch genug, dass niemand drankommt, und tief genug, dass er nicht ins Aus geht. Lieber zu lang als zu kurz.
Häufigste Fehler
Zu kurz — der Gegner steht darunter und schmettert.
Zu flach — der Netzspieler nimmt ihn im Sprung.
Aus dem Handgelenk statt aus der Schulter gespielt.
Nach dem Lob stehen bleiben, statt nach vorn zu rücken.
Üben
Allein
Zielwurf mit Schläger. Leg eine Tasche oder zwei Bälle in die hintere Ecke der anderen Platzhälfte. Lass dir den Ball selbst aufspringen und lobbe ihn dorthin. Zwanzig Versuche, zähl die Treffer in der hinteren Hälfte. Beim nächsten Mal willst du die Zahl schlagen.
Zu zweit
Cross-Lob-Rallye. Beide hinten, diagonal gegenüber. Ihr spielt euch ausschließlich Lobs zu. Ziel: zwanzig hohe Bälle in Folge, ohne dass einer im Aus oder zu kurz landet. Das schult Höhe und Länge gleichzeitig.
Du kannst es, wenn: Von zehn Lobs landen mindestens sieben in der hinteren Hälfte des gegnerischen Feldes — und du läufst nach jedem einzelnen automatisch nach vorn.
Der Lob – der wichtigste Schlag beim Padel
Warum der Lob der wichtigste Schlag im Padel ist und wie du ihn technisch sauber spielst.
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3. Der Block-Volley
Netzspiel
Kein Schlag, sondern eine Wand. Genau deshalb funktioniert er.
Der Volley am Netz ist im Padel kurz und kompakt — es gibt kein Ausholen. Du stellst
den Schläger in die Flugbahn und lenkst den Ball nach unten. Die Geschwindigkeit bringt der
Ball mit.
Am Netz zu stehen bringt dir nur etwas, wenn du die Bälle dort auch kontrollierst. Der
Block-Volley ist der Schlag, der die Netzposition hält.
So geht die Bewegung
Schläger oben und vorn. Beide Hände am Schläger, Kopf auf Brusthöhe, Ellbogen leicht vom Körper weg. Aus dieser Position startet alles.
Kein Ausholen. Nur eine kurze Schulterdrehung. Wer ausholt, kommt zu spät.
Vor dem Körper treffen. Der Kontaktpunkt liegt sichtbar vor dir, nicht neben dir.
Kurz nach vorn-unten. Der Schläger geht ein Stück durch den Ball, nicht darum herum. Ziel sind die Füße des Gegners.
Häufigste Fehler
Ausholen wie beim Tennis — der Ball ist längst vorbei.
Schläger hängen lassen und den Ball von unten nehmen müssen.
Zu fest zugreifen; ein lockerer Griff dämpft besser.
Beim Volley zurückweichen statt einen kleinen Schritt vorzugehen.
Üben
Allein
Volley gegen die Wand. Funktioniert an jeder glatten Wand, auch außerhalb der Anlage. Stell dich zwei bis drei Meter davor und volleye den Ball ohne Bodenkontakt dagegen. Erst dreißig Sekunden Vorhand, dann Rückhand, dann abwechselnd. Die beste Übung, die du ganz ohne Platz machen kannst.
Zu zweit
Zuspiel am Netz. Du am Netz, dein Partner hinten. Er spielt dir zwanzig ruhige Bälle zu, du volleyst jeden tief zurück auf seine Füße. Danach tauschen. Achte darauf, dass der Schläger zwischen den Bällen immer wieder nach oben kommt.
Du kannst es, wenn: Du spielst dreißig Volleys gegen eine Wand am Stück, ohne dass der Ball den Boden berührt.
Ab ans Netz: So gelingt der Volley
Die kompakte Volley-Bewegung am Netz — Haltung, Treffpunkt, Richtung.
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4. Der Aufschlag
Jeder Punkt beginnt hier
Der einzige Schlag, den niemand stört. Deshalb sollte er auch der sicherste sein.
Beim Padel wird von unten aufgeschlagen: Ball aufspringen lassen, unterhalb der
Hüfte treffen, diagonal ins gegenüberliegende Feld. Kraft bringt hier fast nichts — die
Bewegung ist zu kurz und der Ball zu langsam.
Der Aufschlag hat genau eine taktische Aufgabe: dich sicher ans Netz zu bringen. Ein
Doppelfehler dagegen ist der billigste Punkt, den du verschenken kannst.
So geht die Bewegung
Position. Ein Fuß hinter der Aufschlaglinie, seitlich zum Netz, etwa auf halber Höhe deines Aufschlagfelds.
Ball aufspringen lassen. Nicht zu hoch — er soll auf Hüfthöhe wieder fallen, wenn du ihn triffst.
Seitlich anschneiden. Von hoch nach tief durch den Ball, leicht geschnitten. Der Ball bleibt dann flach und springt niedrig ab.
Sofort losgehen. Die Bewegung endet nicht mit dem Schlag, sondern am Netz. Aufschlag und Antritt sind eine einzige Handlung.
Häufigste Fehler
Über Hüfthöhe treffen — das ist ein Fehler, auch wenn es niemand sofort merkt.
Den Ball zu hoch aufspringen lassen und dann darunter stehen.
Nach dem Aufschlag zuschauen statt loszulaufen.
Beim zweiten Aufschlag noch fester schlagen wollen.
Üben
Allein
Zwanzig Aufschläge, gezählt. Nimm einen Korb Bälle mit, schlag zwanzig in das diagonale Feld und zähl die Treffer. Danach zwanzig auf die andere Seite. Notier dir die Zahl — sie ist dein Fortschrittsmaß, und du siehst schnell, welche Seite schwächer ist.
Zu zweit
Aufschlag mit Antritt. Dein Partner steht als Rückschläger im Feld. Du schlägst auf und läufst konsequent bis ans Netz durch — auch wenn der Return gut ist. Zehn Aufschläge pro Seite. Es geht nicht um den Punkt, sondern um die Gewohnheit.
Du kannst es, wenn: Achtzehn von zwanzig ersten Aufschlägen landen im Feld — und du stehst nach jedem davon am Netz.
Aufschlag: Technik-Grundlage und drei Varianten
Die Grundtechnik und drei Aufschlagvarianten, von der sicheren bis zur angeschnittenen.
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5. Die Bandeja
Der nächste Schritt
Die Antwort auf den Lob — und der Schlag, mit dem du das Netz behältst.
Die Bandeja ist ein kontrollierter Überkopfschlag mit Unterschnitt, gespielt aus der
Gegend der Aufschlaglinie. Sie ist kein Schmetterball: Sie soll den Ball tief und flach in
die gegnerische Ecke bringen, damit du am Netz stehen bleiben kannst.
Sie ist der anspruchsvollste Schlag auf dieser Seite. Fang sie erst an, wenn Rückwandball,
Lob und Volley sitzen — dann geht sie erstaunlich schnell.
So geht die Bewegung
Früh eindrehen. Sobald der Lob kommt: Schulter zur Seitenwand, Schläger hoch nach hinten, Nicht-Schlagarm zeigt zum Ball.
Rückwärts mit Seitschritten. Niemals rückwärts laufen. Kreuzschritte seitlich, damit du unter dem Ball bleibst.
Treffpunkt vor dem Körper, auf Schulterhöhe. Nicht über dem Kopf — eher wie ein hoher, flacher Aufschlag.
Von hoch nach tief durchziehen. Der Schläger wischt seitlich unter dem Ball durch und erzeugt Unterschnitt. Ziel: tief in die Ecke, dann sofort wieder nach vorn.
Häufigste Fehler
Schmettern statt kontrollieren — der Ball kommt von der Wand zurück, und du stehst im Niemandsland.
Rückwärts laufen statt seitlich zu gehen.
Den Ball über dem Kopf treffen; der Treffpunkt liegt vor dir.
Nach dem Schlag hinten stehen bleiben.
Üben
Allein
Schattenschläge mit Fußarbeit. Ohne Ball, an der Aufschlaglinie. Dreh ein, mach drei seitliche Kreuzschritte rückwärts, schwing die Bandeja durch und geh sofort wieder zwei Schritte nach vorn. Fünfzehn Wiederholungen. Klingt trocken, spart dir aber Wochen — die Fußarbeit ist der eigentliche Schwierigkeitsgrad.
Zu zweit
Lob und Bandeja im Wechsel. Dein Partner steht hinten und lobbt dich an, du spielst die Bandeja tief in seine Ecke und rückst wieder vor. Zehn Wiederholungen, dann tauschen. Für ihn ist es gleichzeitig Lob-Training.
Du kannst es, wenn: Du spielst fünf Lobs hintereinander als Bandeja zurück, ohne die Netzposition dauerhaft aufzugeben.
Was ist die Bandeja und wie spiele ich sie?
Was die Bandeja von einem Schmetterball unterscheidet und wie die Bewegung abläuft.
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6. Der Ball aus der Seitenwand
Feinschliff
Der Schlag, an dem im Anfängerspiel die meisten Punkte verloren gehen.
Bälle, die in die seitliche Glaswand laufen, springen flacher und schneller ab als
Bälle von der Rückwand — oft direkt in die Ecke, in der du gerade stehst. Wer hier ruhig
bleibt, gewinnt Bälle, die sonst weg wären.
Das Prinzip ist dasselbe wie an der Rückwand, nur schneller: Platz schaffen, warten,
spielen.
So geht die Bewegung
Weg von der Wand. Der erste Schritt geht immer von der Scheibe fort, nicht darauf zu.
Seitlich eindrehen, sodass die Wand hinter deiner Schulter liegt.
Absprung abwarten. Der Ball kommt flacher als du denkst — lass ihn herauskommen und geh dann in ihn hinein.
Kurz und hoch zurück. Kein Platz für große Schwünge. Kurzer Schwung, offener Schläger, hoher Ball. Ein Lob ist hier fast immer die richtige Antwort.
Häufigste Fehler
In die Ecke hineinlaufen und sich selbst einklemmen.
Den Ball vor der Wand erwischen wollen.
Groß ausholen, obwohl kein Platz ist.
Flach zurückspielen — der Ball landet im Netz oder bei den Gegnern am Netz.
Üben
Allein
Eckentraining mit Handwurf. Stell dich in eine hintere Ecke, wirf den Ball so an den Boden, dass er in die Seitenwand läuft, und spiel ihn nach dem Absprung hoch zurück. Zehn Bälle pro Ecke. Achte nur darauf, dass dein erster Schritt immer von der Wand wegführt.
Zu zweit
Bälle in die Ecke. Dein Partner spielt dir vom Netz aus gezielt Bälle in die beiden hinteren Ecken, abwechselnd. Du bringst jeden als Lob zurück. Zehn pro Ecke, dann tauschen.
Du kannst es, wenn: Du spielst aus beiden hinteren Ecken je fünf Bälle nach dem Seitenwandkontakt zurück, ohne dich einzuklemmen.
Volley-Upgrade: schnelle Bälle abblocken
Wie du auch schnelle, unangenehme Bälle noch kontrolliert abblockst.
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Zwei Dinge zum Schluss
Übe langsam. Jeder Schlag auf dieser Seite funktioniert erst mit Timing
und dann mit Tempo. Wer von Anfang an fest schlägt, lernt die Bewegung falsch und muss sie
später wieder abtrainieren.
Film dich einmal. Stell das Handy an den Zaun und nimm zwei Minuten auf.
Der Abstand zwischen dem, was du zu tun glaubst, und dem, was du tust, ist am Anfang
erstaunlich groß — und ein Video zeigt ihn dir in dreißig Sekunden.
Vorhand & Rückhand – die Basics
Vorhand und Rückhand: die beiden Grundschläge, auf denen alles andere aufbaut.